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Richtig kompostieren: Unsere Tipps & Tricks!

Komposter
Publikované 26.07.2021 13:00

In einem Garten ist Bioabfall einfach zu jeder Jahreszeit ein Thema – vor allem jedoch im Herbst, wenn wortwörtlich alles auf einen Haufen fällt. Diesen sollte man dabei natürlich ab und zu auch entsorgen. Ideal dafür ist gerade die Kompostierung. Aus Pflanzenresten erzeugt man dadurch einen wertvollen, natürlichen Dünger. Wo ist aber anzufangen? Heute präsentieren wir Ihnen eine simple Anleitung, dank der auch Sie alles aus Ihrem Garten wiederverwerten werden. 

Was ist überhaupt Kompostierung?

Generell ist das ein praktisches 2 in 1 – auf einer Seite werden Sie überschüssigen Gartenabfall los und auf der anderen gewinnen Sie frischen Kompost, der wirklich einen organischen Dünger darstellt und somit ideal für Gartnerei zu nutzen ist. Für den Kompostprozess werden dabei nicht nur organische Überreste benötigt, sondern auch lebende Organismen (verschiedene Bakterien, Pilze und Wirbellose), die für die Zerlegung sorgen werden. Und genau für diese Organismen ist dann ausreichend Feuchte und Luftzugang äußerst wichtig. Nur so entstehen nämlich Bedingungen, unter denen die Mikroorganismen wachsen können und somit den Bioabfall in einen hochwertigen Dünger umwandeln. Die organischen Stoffe zerlegen biochemisch die Basis-Stoffe ähnlich, wie es auch bei den oberen Schichten der Erde gewöhnlich ist.

Wie ist Kompost korrekt herzustellen? 

Das Basis-Prinzip stellt zwiebelartiges Schichten dar. Der Mix beginnt im unteren Teil mit einer ordentlichen Schicht grobes Gartenabfalles. Nach und nach werden dann feinere Schichten gebildet. Dabei ist es gut sich an das 1 : 2 Verhältnis zu halten – d.h. ein drittel trockenes Materiales sollte mit zwei dritteln feuchtes Materiales beschichtet werden. Zu einem sorgt dies für ausreichend Feuchte im Kompost und dazu ist es auch eine gute Relation für das Mischen der stickstoffhaltigen und kohlehaltigen Stoffen. Die stickstoffhaltigen sind dabei meistens feucht und weich (wie z.B. frisch geschnittenes Gras, Ernteüberreste usw.). Die kohlehaltigen Materialien sind wiederum in den meisten Fällen trocken und hart (z.B. Scheitholz, Sägespäne, Laub, Stroh,..).

Wenn die Schicht an Biomaterial ca. 30 cm erreicht hat, dann kann diese mit Erde überschüttet werden. Danach wird der ganze Prozess wiederholt. Die Gesamthöhe des Komposts sollte idealerweise bei ungefähr 1,5 m liegen. Nach dem Schichten muss man den Kompost 1-2 Mal im Monat umschaufeln, oder anders mischen. Somit wird alles gut durchlüftet – für die Kompostierung ist Sauerstoff ausschlaggebend.

Kompostieren können Sie das ganze Jahr lang – sogar im Winter können Sie etwas hinzuwerfen, obwohl der ganze Prozess in kälteren Monaten natürlich etwas langsamer vorangeht.

Was gehört in den Kompost und was nicht? 

Natürlich gehört Gartenabfall mit dazu – aber nicht jede Art! Gut geeignet sind Früchteüberreste, Laub, Kräuter, Gras, Äste, Borke und weitere Holzreste. Sämtliche größeren Stücke müssen dabei selbstverständlich etwas zugeschnitten werden – Holz und Äste können Sie gerne in einem Häcksler zerkleinern. Zu dem Kompost kann auch Asche zugefügt werden. BIO-Küchenabfall ist auch erwünscht – Kaffee, Tee, Eier- und Nussschalen, Obst- und Gemüseschäle.

Kochüberreste werden nur in geringen Mengen empfohlen. Sie können diese mit einem größeren Anteil Trockenmaterial zufügen. Der Kompost kann noch mit ein bisschen Feinkalk, Harnstoff (enthält eine erhöhte Menge an Stickstoff) oder auch ein paar weiteren Pflanzen wie z.B. Beinheil, Rainfarn, Rhabarber, Brenn-Nessel oder Beifuß verfeinert werden. Für die optimale Wirkung sollten jedoch mehrere Pflanzen auf einmal untergemischt werden.

Und was gehört in einen Kompost nicht hin? Naja, man muss eins klarstellen – Kompost ist kein Abfallplatz. Werfen Sie keinerlei Verpackungen und Kunststoffe hinein – diese würden sich natürlich nicht zerlegen können (selbst bei den besten Organismen der Welt nicht :-)). Auch Glas, Metall, Häute und verschiede Textilien haben im Kompost nichts verloren. Fügen Sie kein beständiges Unkraut, chemisch behandelte, kranke oder mit Schädlingen angegriffene Pflanzen hinzu (diese sollten Sie am besten verbrennen). Zum DIY Kompost gehören auch keinerlei Exkremente dazu (eine Ausnahme bilden hier nur Pflanzenfresser). 

Bei dem DIY Kompostieren – also bei dem s.g. kalten Kompostieren – wird nämlich die notwendige Temperatur für den Prozess der Hygienisierung nicht erreicht. Die Hygienisierung ist dabei jedoch sehr wichtig, da bei diesem Prozess alle schädlichen Keime vernichtet werden.

Wann ist der Kompost reif? 

Ganz einfach – wenn keine ganzen Pflanzüberreste mehr zu erkennen werden. Von dem Duft her sollte er Walderde ähneln. Er wird sich dunkel verfärben und über eine lockige, luftige Konsistenz verfügen. Dann weiß man Bescheid – es ist so weit. Am besten ist es mit ihm im Frühling zu arbeiten.

Tipp: Vor dem 1. Nutz kann man den Kompost einfach noch durchsieben, damit eventuelle nicht zerlegte Reste wieder für den neuen Kompost benutzt werden können. 

Und wie lange dauer dieser ganze Prozess eigentlich? Pilze, Bakterien und kleine Organismen können die Überreste ca. im Laufe eines Jahres in Kompost umwandeln. Dies kann jedoch natürlich abhängig von der Situation auch etwas schneller oder langsamer gehen.

Wie kann man den Prozess bewusst beschleunigen?

Wenn Sie regelmäßig zu der Mischung Stengel mit abgeblühten Blumen, ausgetrocknete Pflanzen oder Obst- und Gemüseüberreste direkt aus dem Garten zufügen werden, kann dies unnötig den ganzen Prozess verzögern (und nimmt dabei auch noch recht viel Platz in Anspruch).

Auf der anderen Seite – je kleinere Stückchen Sie kompostieren werden, desto schneller kommt es zu der Zerlegung. Die Oberfläche an der sich die Organismen ,,austoben,, können wird dadurch nämlich größer. Helfen kann auch die Zerkleinerung der Holzmaterialien im Häcksler – somit werden auch die Strukturen zerstört und die eigentliche Zerlegung viel einfacher.

Für die wirklich ultimative Beschleunigung können Sie natürlich auch ein bisschen ,,schummeln,, und Kompostbeschleuniger verwenden. Es handelt sich dabei um biologische Mittel (Tabletten und Pulver), die einen Mix von natürlichen Bakterien enthalten und somit fähig sind Stoffe organischer Herkunft zu zerlegen.

Wohin mit dem Kompost? 

Am besten wird es ihm an einem schattenreichen Ort gehen – etwas weiter vom Haus und dem Feuerplatz enfernt. Der gewählte Platz sollte dabei leicht zugänglich sein – am besten mit einem festen Weg. Rund um den Kompost sollte natürlich auch genügend Raum freibleiben (für die spätere Manipulation mit dem Dünger). Die Umgebung kann mit Bäumen bepflanzt werden. Eine weitere gute Option würden auch Konstruktionen umwachst mit Kletterpflanzen darstellen.

Die Größe des Komposts ist von den Gegebenheiten auf Ihrem Grundstück abhängig. Es ist jedoch wichtig, dass er aus 2 getrennten Teilen bestehen wird: in den ersten werden die geeigneten Pflanzenreste gelegt, in dem zweiten wird sich der fertige Dünger befinden. Die hintere Wand und die Seitenwände des Kompost sollten fest uns stabil sein – die Vorderseite kann ruhig offen bleiben.

Für die Kompostherstellung können natürlich auch fertige Komposter genutzt werden. Sie sind mehr oder weniger einfach umzustellen und der Kompost selbst reift in ihnen etwas schneller als üblich. Selbst bei dieser Option wird jedoch empfohlen den Inhalt von Zeit zu Zeit min. ein bisschen durchzumischen.

3 praktische Tipps zum Schluss

  • Geschnittenes Gras

Mischen Sie in den Kompost keinesfalls frisch geschnittenes Gras – das könnte nämlich anfangen zu fäulen. Lassen Sie das Gras ordentlich trocken. Danach können Sie es einfach mit etwas trockener Erde vermischen und zusammen mit kleinen Holzstückchen in den Kompost fügen. Das trockene Gras können Sie dabei auch bei Ihren Beeten gut wiederverwenden. Eine gute Schicht wird dem Wuchs von Unkraut vorbeugen und Feuchte in der Erde bewahren. Zudem sorgt es auch für einen Extra Nährstoff-Zuschuss.

  • Geschnittene Äste

Auch ganze, größe Äste sollten den Kompost lieber vermeiden. Sie würden sich viel zu lang zerlegen. Diese größeren Stücke gehören zuerst in den Häcksler. Die entstandenen Späne können Sie dann entweder für die Kompostierung nutzen oder als Mulchmittel verwenden.

  • Laub

Meistens lässt sich Laub problemlos kompostieren. Eventuell kann es im Herbst zu Pflanzenwurzeln gelegt werden, um diese vor Frost und der kommenden Kälte zu bewahren. Das Laub mancher Bäume zerlegt sich jedoch nur sehr langsam – hierzu zählen z.B. Nussbäume. Ähnlich ist die Situation auch bei Eichen und Buchen. Sie können das Laub natürlich dennoch kompostieren – nur sollte es im Voraus kleingehackt werden.

 

Quellen (Source):
Fotos GARDEON